06.02. 2012
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Kevin Brockmeier: Die Stadt der TotenText: AC-Freizeit Redaktion "Die Stadt der Toten" ist eine Zwischenstation für diejenigen, die gestorben sind, von den Lebenden aber noch nicht vergessen wurden. Die Bewohner führen ihr Leben ganz normal weiter und verschwinden, sobald sich niemand mehr an sie erinnert. In Kriegs- und Katastrophenzeiten schrumpft die Stadt, während sie wächst, wenn Frieden herrscht. Dieser ewige Kreislauf scheint jedoch aus dem Gleichgewicht zu geraten, denn plötzlich verwaisen ganze Straßenzüge und Stadtviertel. Auf der Erde einer nahen Zukunft, die genausogut schon angefangen haben könnte, gibt es dank der Globalisierung praktisch nur noch drei Großkonzerne, jede Menge Kriege und terroristische Auseinandersetzungen. Viele Tierarten sind ausgerottet, das Wasser muss allerorts erst aufwändig gereinigt werden und ein tödlicher Virus breitet sich - wiederum dank der Globalisierung - rasend schnell aus. Selbst fernab der Zivilisation, auf einer Antarktis Expedition, wütet der Virus unter den Forschern rund um Laura Byrd. Als einzige Überlebende ihrer Gruppe kämpft sie sich durch Schnee und Eis auf der Suche nach den Resten der Menschheit. Das alles klingt ausgesprochen spektakulär und läßt eine handlungsstrotzende Endzeitgeschichte erwarten, doch glücklicherweise ist die apokalyptische Virusseuche nur ein weit entferntes Bühnenbild, vor dem der Leser mit sehr viel Gespür für das Wesentliche einen kleinen Ausschnitt aus dem Seelenleben der handelnden Figuren zu sehen bekommt. Es sind sämtlich ganz normale Menschen, keine schillernden Persönlichkeiten oder gar Helden, die sich gegen die herannahende Katastrophe stemmen und so, wie man sich unter den Lebenden schon lang in der gesellschaftlichen Wirklichkeit eingerichtet hat, hat man sich in der Stadt der Toten mit dem Unausweichlichen abgefunden. Spannend ist die Geschichte, doch ist es nicht die Art Spannung, die einen die Fingernägel bis ins Nagelbett hinein abkauen läßt. Man will an jeder Stelle des Romans einfach nur wissen, wie es weitergeht - und diese Neugierde trägt bis zum bittersüßen Ende. Auf eine Kinoverfilmung wird man sicher vergeblich warten. Dafür fehlen der Geschichte die spektakulären und effektheischenden Momente. Die beklemmende und zum Nachdenken anregende Stimmung können nur beim Lesen voll zur Geltung kommen. Selten hat ein Erzähler so wohltuend unaufgeregt das Ende der Menschheit geschildert. Hat Sie unsere Rezension neugierig gemacht? Kennen Sie das Buch bereits und können Sie unseren Eindruck bestätigen?
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Thriller/Sci-Fi
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