06.02. 2012
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Stephen Fry: Geschichte machenText: AC-Freizeit Redaktion Lässt sich der Verlauf der Geschichte nachträglich verändern? Lässt sich eine der größten Verbrechen der Geschichte ungeschehen machen? Ein junger Historiker, Michael Young, und ein älterer Physik-Professor, Leo Zuckermann, wollen das Rad der Geschichte in eine andere Richtung lenken und dazu Adolf Hitler den Garaus machen, noch bevor er überhaupt geboren wurde, um so den Holocaust zu verhindern. Durch einen Zufall geraten die beiden grundverschiedenen Charaktere aneinander und sie finden einen Weg, in die Vergangenheit einzugreifen. Das lässt sich natürlich nicht ohne ein wenig Science-Fiction bewältigen, doch die Zukunftsmusik beschränkt sich auf ein paar spärliche Töne, die aus dem Roman nicht wirklich eine Science-Fiction Erzählung machen. "Geschichte machen" von Stephen Fry ist aber auch mitnichten "noch so eine" Holocaust-Geschichte, denn der Autor schafft es, das sensible Thema auch ohne den berüchtigten erhobenen Zeigefinger zum Dreh- und Angelpunkt seiner waghalsigen erzählerischen Komposition zu machen. Michael Young ist in dem dynamischen Duo der typische "Joe Cool" der Neunziger Jahre: alles ist easy, immer einen flotten Spruch auf den Lippen und tolerant bis zur Meinungslosigkeit. Die Kaspereien des Protagonisten spiegeln das unbeschwerte Lebensgefühl einer aller existentiellen Sorgen enthobenen Generation wider, die sich um ihre Zukunft keine Gedanken macht und für die die Schrecken der Vergangenheit zu weit entfernt sind, als dass sie noch ein tiefes Unbehagen auslösen könnten. Dieser New-Age Kasper, der auch gleichzeitig die Geschichte erzählt, transportiert die streckenweise brüllend komischen Elemente des Romans. Gleichzeitig regt sein unbedarfter Charakter aber auch zum Nachdenken über den eigenen, durch die Unterhaltungsmedien zuweilen entrückten Wirklichkeitssinn an. Nachdenken werden nach der Lektüre wohl auch all jene, die die Schrecken der Naziherrschaft nur allzu gern mit der Person Adolf Hitlers verknüpfen. Wer sich für Geschichte interessiert, Freude an philophischen Gedankenspielen hat und Lesevergnügen mit Niveau sucht, wird Stephen Frys "Geschichte machen" geradezu verschlingen. Hat Sie unsere Rezension neugierig gemacht? Kennen Sie das Buch bereits und können Sie unseren Eindruck bestätigen?
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