06.02. 2012
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Albert Sánchez Piñol: Im Rausch der StilleText: AC-Freizeit Redaktion Einsamkeit, Angst, Verzweiflung, Begierde, Hass, Verachtung - ein Wechselbad der Gefühle durchläuft der Protagonist in Albert Sánchez Piñols "Im Rausch der Stille". Als Wetterbeobachter hat er sich für ein Jahr auf eine winzige Insel auf halben Weg zur Antarktis verfrachten lassen - und in diesem Jahr auf dem trostlosen Eiland lernt er die Menschen, denen er zu entfliehen suchte, besser kennen als inmitten der größten Metropolen der Welt. Kaum auf der Insel angekommen, geschehen wirklich sonderbare Dinge. An diesen seltsamen Begebenheiten und dem offenen Ende reiben sich die meisten Rezensenten des Romans. Vieles lässt sich aber sehr einfach erklären, wenn man die Erzählung nicht als bunten Abenteuerroman liest sondern als Parabel auf den Krieg und die Natur des Menschen, die sich in Extremsituationen am deutlichsten offenbart. Auch eine Liebesgeschichte, wie viele Leser sie gern sehen möchten, ist nicht wirklich auszumachen, nur obsessive Leidenschaft, die sich nicht richtig erklären lässt. Schonungslos offen deckt Albert Sánchez Piñol die Widersprüchlichkeiten und Unmenschlichkeiten der menschlichen Natur auf. Es ist eine trostlose und grausame Geschichte, besonders für den Leser, der eben keinen Abenteuerroman liest sondern sich zum Nachdenken verführen lässt und der einen ehrlichen Blick in den Spiegel wagt. Dieser Leser wird am Ende den "Rausch der Stille" schmerzhaft zu spüren bekommen. Wie bei vielen anderen Romanen auch, sollte man sich bei "Im Rausch der Stille" nicht vom Klappentext leimen lassen. Dieser gibt nicht mal entfernt das wider, worum es in der Geschichte geht. Fesselnd und spannend ist die Erzählung, doch ist sie zugleich auch starker Tobak und nichts für den, der das flüchtige Lesevergnügen sucht. Hat Sie unsere Rezension neugierig gemacht? Kennen Sie das Buch bereits und können Sie unseren Eindruck bestätigen?
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