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Dorian Mode: Outback Café

Text: AC-Freizeit Redaktion

Es gibt viele Orte, an denen man die Suche nach sich selbst beginnen kann. Man steigt auf einen Berg, man lässt sich auf einer einsamen Insel aussetzen, man geht in ein Kloster und wenn man in Australien lebt, Jazzmusiker ist, von seinem einzigen musikalischen Erfolg zehrt und nun als Clown die verzogene Brut wohlhabener Familien auf Kindergeburtstagen unterhält, und mit seinen zarten dreißig Jahren schon zahllose Psychiater verschlissen hat - nun, dann flüchtet man sich am besten ins Outback, ganz besonders, wenn man herausfindet, dass seine erfolgreiche Ehefrau ein Verhältnis hat.

Dort, wo nicht der berufliche Erfolg Maßstab aller Dinge ist, sondern die Natur, die sich mit Hitze und Trockenheit unbarmherzig all das wieder zurückholt, was ihr der Mensch einmal mühsam abgetrotzt hat und wo die Zeit keine große Rolle spielt, weil man sich eh in den Lauf der Dinge einfügen muss, dort findet der Musiker Gordon B. Shoesmith das perfekte Umfeld für seine Sinnsuche - inmitten eines Trupps skurriler, aber liebenswürdiger Typen.

Dorian Mode gibt seinen Charakteren sehr viel Zeit, sich zu entwickeln. Mit spritzigem Humor und Liebe zum Detail beschreibt er die Eigenarten der australischen Hinterwäldler, die sich um das Outback Café in dem kleinen Kaff Venice inmitten der australischen Einöde gesellen, und die nicht minder schrullig sind als sein Protagonist, Shoesmith, selbst. Was in der Stadt für Befremden sorgt, wird hier im Outback ganz normal hingenommen. Da ist beispielsweise Joe, der das Café führt, sich als Italiener ausgibt, weil sich damit seine ungenießbare Pizza besser verkaufen lässt, der aber ursprünglich aus Palästina eingewandert ist und sich liebend gern als Elvis Imitator versucht. Und das ist nur einer des kauzigen Reigens uriger Gesellen, die das öde, kleine Wüstennest beleben.

Leicht und elegant erzählt Dorian Mode die Geschichte des sympathischen jungen Musikers, der in der Wüste zurück zu seiner musikalischen Bestimmung findet. Der streckenweise brüllend komische Humor wirkt nie gezwungen oder aufgesetzt und trotz aller heiteren Gelassenheit gleitet der Roman nicht ins Zotige ab. Ganz im Gegenteil steckt er voller sanft melancholischer Momente und macht richtig Lust auf Australien.

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