08.09. 2010
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William Kotzwinkle - Ein Bär will nach obenText: AC-Freizeit Redaktion Bären sind schlaue Tiere und manche können sogar lesen. Es soll mithin vorkommen, dass ein Bär die Roman-Bestsellerlisten stürmt. Wie Hal Jam, der in seinem Wald eine herrenlose Aktentasche mit einem Manuskript findet und darin die einmalige Chance sieht, in die Gesellschaft der Menschen aufgenommen zu werden. Wie leichtfüßig er mit seiner plumpen Art die Vermarktungsmaschinerie der Literatur-Wirtschaft für sich gewinnt, die Leidenschaft der Frauen entfacht und Zugang zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen findet, erzählt die Mediensatire "Ein Bär will nach oben" von William Kotzwinkle. Hal Jam, der Bär, zieht aus den tiefsten Wäldern Maines in die Großstadt und erobert den Literaturbetrieb im Sturm. Seine animalischen Ausbrüche und sein schlichtes, triebhaftes Wesen werden allzu bereitwillig als Zeichen einer verloren geglaubten ursprünglichen Natürlichkeit und seines dichterischen Genies gedeutet. Allzu gern möchte man in Hal Jam einen neuen Hemingway sehen und nicht das, was er tatsächlich ist: einfach nur ein Bär. Ohne Bitterkeit, mit einem amüsierten Lächeln kommt die Mediensatire von William Kotzwinkle daher. Die als modernes Märchen verkleidete Parabel über "Sein" und "Schein" lässt sich wohltuend leicht und beschwingt lesen und schmunzelnd erfährt man von Hal Jam, worauf es im Leben wirklich ankommt: Honig, Käseflips und Frauen mit Schnürsenkeln zwischen den Pobacken. Da bleibt nur noch zu fragen, wieviel Bären sich momentan in den Bestseller-Listen tummeln. Hat Sie unsere Rezension neugierig gemacht? Kennen Sie das Buch bereits und können Sie unseren Eindruck bestätigen?
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