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Paul Fattaruso: Isabellas Liebe zum Flügelhorn

Text: AC-Freizeit Redaktion

Paul Fattaruso ist ein junger amerikanischer Schriftsteller und in seinem ersten Roman "Isabellas Liebe zum Flügelhorn" zündet er ein Feuerwerk fantastischer Einfälle. In 58 kurzen Kapiteln erzählt er von einer Antarktisexpedition, an der neben einem Gehörlosen, ein Neunundachtzigjähriger, ein Architekt und weitere illustre Personen teilnehmen, die man überall erwarten würde, nur nicht im ewigen Eis. Dann wird von einem Präsidenten erzählt, genauer gesagt einem ehemaligen, der ein Baseballstadion errichten lässt, um in einem Kellergewölbe darunter unter höchster Geheimhaltungsstufe einen Brontosaurier untersuchen zu lassen. Der Brontosaurier heißt übrigens Isabella und liebt die Melodie des Flügelhorns, das von der Mikrobiologin Penelope gespielt wird. Penelope wiederum erfährt von Isabella, dass die Menschheit vor langer Zeit schon einmal untergegangen ist, und wie die Menschen damals versuchten, sich vor dem Aussterben zu retten. Das, was Isabella nicht erwähnenswert scheint, berichtet der Erzähler, der mit Hilfe eines Fernrohrs die Welt der Lebenden und Toten beobachtet, und sich am Schluss in seiner Geschichte selbst auflöst.

Der Klappentext bezeichnet den Roman als einen "lyrischen Fantasy-Thriller", doch ein Thriller ist er bestimmt nicht. Er ist mitreißend und fasziniert von der ersten Seite an - allerdings auf einer anderen Ebene. Nicht Mord und Totschlag bestimmen die Handlung sondern melancholische Schnappschüsse einer fabelhaften Welt, die in traumhaften Bildern vom Leben erzählen.

Vor der leichtfüßigen Beiläufigkeit der unglaublichen Ereignisse verliert die Realität an Bedeutung und für ein paar Stunden findet man sich in einem poetischen Tagtraum wieder, dessen ganz eigene Logik die Zwangsläufigkeit tatsächlicher Geschehen in Frage stellt. "Isabellas Liebe zum Flügelhorn" ist ein lyrischer Roman für jene, die der Wissenschaftsgläubigkeit und Vorhersagbarkeit von Entwicklungen mit der gebotenen Skepsis begegnen und sich ein kindliches Gemüt für die grenzenlosen Freiheiten lustvollen Fabulierens bewahrt haben.

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